Notiz an mich selbst. #6 – Spannungs-Verhältnisse

fullIch mag ja Open-Air-Festivals. Also nicht mit so softer Musik, darf ruhig ordentlich ballern. Metal und so. Mag ich ja total. Und auf solchen Festivals kann ich dann satte vier Tage sein, wie ich mich am liebsten mag. Große, schlabbrige, schwarze Hoodies am Leib, unter denen mühelos vier Monate gescheiterte Diät ihren Platz finden. Auf dem Hoodie am besten das krakelige Logo von einer schlimm gemeinen Schrei-Band. Frisurtechnisch muss ich mir auch keinen Stress machen. Alles notdürftig mit einem Haargummi bändigen. Wenn ich einen guten Tag hab, zücke ich vielleicht eine Haarklammer.

Schminken muss ich mich auch nur zu Beginn der Veranstaltung. Mit ein wenig Vorsicht, Verzicht auf Abschminktücher und einer ausgefeilten Liege-Technik beim Schlafen hält die Gesichtstapete locker von Donnerstag bis Montag. Beim Duschen (ja, das tue ich tatsächlich auf Festivals!) muss ich auch ein wenig aufpassen. Aber hierbei kommt mir jahrelange Erfahrung zur Hilfe. Nach der einen oder anderen Augen-meets-Shampoo-Odyssee in meinem Leben bin ich recht geübt darin, möglichst wenig Wasser in mein Gesicht zu lassen, wenn ich das nicht will. Genug zu den optischen Details. Neben dem gepflegt-ranzigen Dasein auf solchen Events kommt auch noch eine gewisse Form von angenehmen, beschwingten Lifestyle hinzu. Den ganzen Tag nutzlos auf einem recht bequemen Stuhl unter einem Pavillon sitzen, völlig legitimer Weise bereits morgens um zehn das erste Bierchen köpfen, eine nach der anderen rauchen und ab Mittag super Musik und super Bands genießen. Zwischendurch noch mehr rauchen und noch mehr trinken. Bestenfalls super Menschen dabei haben. Was kann also schöner sein? Weiterlesen

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