Notiz an mich selbst. #5 – Abseits-Verhältnisse

Es hätte ja eigentlich auch ein schöner Tag werden können. Abgesehen von der Tatsache, dass ich statt des köstlichen hessischen Apfelweins lieber der abgestandenen Fanta fröhnte. Musste aber sein. Ich war ja als Fahrer des Abends auserkoren worden – Held und Herr über Schaltknüppel, Kupplung und Lenkrad.

Ein jeder, der vom Dorfe stammt, wird nun verständnisvoll nicken, weil ein solcher Zustand für Kinder der Landluft kein ungewöhnlicher Umstand ist. Zumal es um die öffentlichen Bewegungsmittel im Umkreis nur bescheiden bestellt war. Würde man aber zusätzlich wissen, dass ich mit meiner spritleeren Karre nur einen knappen halben Kilometer gefahren bin, würde keiner so recht verstehen, weshalb ich den Luxus des schlichten Betrinkens gegen die Faulheit eingetauscht habe.

Es war auch weniger die Faulheit, als ein anderer Luxus, den ich mir und meiner Besten verschaffen wollte. Und zwar der der lauten Mukke. Es waren Ferien, es war unter der Woche und wir strebten nach einem entspannten Abend auf dem Parkplatz unseres örtlichen Badesees.

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Notiz an mich selbst. #2 – Abstands-Verhältnisse

An einem Freitag erst um 22:30 Uhr Feierabend haben ist sowieso schon eine Schande. Entweder man ist früher fertig, oder eben später. Aber mit halb elf kann man nun wirklich nichts anfangen. Man kann nicht nochmal nach Hause fahren, um sich schick zu machen. Man kann auch nicht direkt in einen Club fahren, weil coole Menschen ja erst nachts um drei irgendwo auftauchen.
Ich für meinen Teil setzte mich in mein neues Auto. Vier Tage in meinem Besitz und schon hatte sich darin eine ähnliche Menge Müll angesammelt, wie in seinem Vorgänger. Pardon „ihrer Vorgängerin“. Denn meine Autos waren bisher immer weiblich. Nachdem „Pritzie“ jüngst, aufgrund des schmerzlichen Mangels an lebensnotwendigem Motor-Öl, das Zeitliche gesegnet hatte, befand sich nun Trudi in meinem Besitz. Ein altbackenes, deutsches Weibsbild. Ein 2er Golf eben. Ich warf also meine Tasche und meine Jacke in die Karre, schaltete Heizung und Musik im Höchstmaß ein und machte mich auf den Weg. 30 Kilometer lagen vor Trudi und mir und wollten bezwungen werden. Weiterlesen