Großstadt-Horror

11245533_10205810999408261_8684280114296789238_nEigentlich sollte es ja als höchst löblich gelten, wenn man in seiner Freizeit gewisse Strecken zu Fuß und nicht mit einem fahrbaren Untersatz absolviert. Zum Beispiel, wenn man sich eines Samstagmittags auf den Weg ins Fußball-Stadion macht. Gut gut, der Spaziergang diente nicht in erster Linie der körperlichen Ertüchtigung – eigentlich streikten die Mitarbeiter der Bahn mal wieder. Also einfach mal das Beste aus der misslichen Situation machen und das Gute sehen. So blieb wenigstens genügend Zeit, sich auf ein bestimmtes, alkoholisches Level hochzuarbeiten, um sich dem typischen Fußballfan-Klischee anzupassen. Also: Kaltes Bierchen in der einen, Glimmstängel in der anderen Hand und an der Seite dreier tapferer Mitstreiter durch das wohl eintönigste Gebiet Berlins – auch Biesdorf Süd genannt – gestapft. Weiterlesen

Es gibt einen Gott.

Nach eingängiger Betrachtung habe ich festgestellt, dass die Christen mit ihrem Glauben vermutlich doch Recht haben. So wie es ausschaut, gibt es tatsächlich einen Gott. Bisher hatte ich vehement seine Existenz bestritten. Erschien mir prinzipiell auch logischer.

Ich meine, wie soll man sich das denn auch vorstellen? Soll da wirklich ein bärtiger, steinalter Typ auf einer Wolke sitzen, gelangweilt in der Nase bohren und die Macht haben, knapp sieben Milliarden Menschen rund um die Uhr zu beglücken, oder gar zu manipulieren?

Schwer vorstellbar.

Zumal es sich angeblich um einen Vertreter der Gattung Mann handelt und wie es um deren Multitasking-Fähigkeit beschaffen ist, wissen wir alle.
Aber nach ausführlichen Überlegungen erschien es mir dann gar nicht mehr abwägig.

Im Gegenteil, es war, als hätte ich ein erleuchtendes Erlebnis gehabt, denn plötzlich war ich mir absolut sicher, dass Gott tatsächlich existiert.
Gott macht kein Multitasking, Gott handelt einfach jeden Menschen einzeln ab, schön der Reihe nach. Wenn er sich für jeden einzelnen Menschen etwa zehn Minuten Zeit nimmt, kann man sich schnell ausrechnen, wie lange er bei knapp sieben Milliarden Menschen auf der Welt einplanen müsste.

Zuzüglich des zeitlichen Umfangs von Mittagspausen und Feierabend-Bier.

Und schnell ist es auch nicht weiter verwunderlich, weshalb Gott offensichtlich keine Zeit hat, bei jedem Menschen unter der Sonne mal vorbei geschaut zu haben. Viele Menschen warten ihr ganzes Leben lang auf seinen Besuch, sind aber durch poplige, durchschnittliche 80 Jahre Lebensdauer massiv gehandycapt.

So sterben viele Menschen, während sie auf seine Erscheinung warten, ohne ihn auch nur einmal zu Gesicht bekommen zu haben. Und jene wenigen, die dann doch das Glück hatten, diese kostbaren zehn Minuten seiner Zeit in Anspruch nehmen zu dürfen, sind auch eher desillusioniert, als zufrieden. Kein Wunder.

Eine Frau denkt zumindest nicht, dass man in zehn Minuten irgendetwas (egal was!) zur vollsten Zufriedenheit ausführen könnte. Gemeiner Trugschluss. Weiterlesen

#3 – Reinkarnation des Bösen

Ich liege auf meinem Bett und bin missmutig. Ich werde endlich mal das tun, was ich mir schon so lange vorgenommen hatte. Ich werde in einen Club gehen! Olé! Doch die Motivation hält sich derzeit in Grenzen. Ich schaue an meinem halbbekleideten, immerhin frisch geduschten Körper hinunter, schlage mit der flachen Hand auf meinen Bauch und zähle die Sekunden, bis der Speck aufhört, Wellen zu schlagen. Viele Sekunden. Zu viele Sekunden. Also ein Sweatshirt und kein anzügliches, rückenfreies Top. Wie gerne hätte ich die Disziplin, eine Diät länger als zwei Tage durchzustehen… oder die realistische Auffassungsgabe, dass Butter und Sahne eher weniger in ein ausgeklügeltes Ernährungskonzept zur Gewichtsabnahme passen. Weiterlesen