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20150528_153637-01Ja ja, es tut mir leid. Die drei bis vier Menschen, die sich regelmäßig auf diesen Blog verirren, um den großen Blödsinn meiner kleinen Welt zu verfolgen, mussten lange auf ein Lebenszeichen von mir warten. Gut 18, beinahe 19. Monate lang ist es mir nicht gelungen, euch mit neuen geistigen Ergüssen zu bespielen. Damit einher natürlich auch die mangelnde Befriedigung anhand der Tatsache, dass da tatsächlich jemand noch ungeschickter und dämlicher durch die Welt schreitet, als die meisten anderen Menschen.

Gerne würde ich euch berichten, ich habe in der Zwischenzeit Heroisches geleistet. Ein Einhorn mit gebrochenen Flügeln zu reanimieren etwa. Einen Bier-Weit-Spuck-Wettbewerb zu gewinnen. Sich selbst stopfende Socken zu erfinden. Irgendwie so was.

Aber weit gefehlt. Dazwischen gekommen ist einfach das Leben, zahllose gerauchte Zigaretten und viele getrunkene Erfrischungsbrausen. Ausgeprägte Abneigung gegen tausende Dinge. Und nicht akzeptiertes Erwachsenwerden mit all seinen Verpflichtungen und körperlichen Gebrechen, die mich selbst in verhältnismäßig jungen Jahren knallhart auf einen personifizierten Totalschaden zusteuern lassen.

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Wulff: Rücktritt – Doch nicht ohne einen wertvollen Beitrag

Nur selten arbeiten alle Deutschen so leidenschaftlich zusammen – aber wenn es darum geht, eine jede Leiche aus eines Menschen Keller zu räumen sind alle dabei! So ist nun auch das Unvermeidliche eingetreten: Es hat sich ausgewullft! Der Präsident ist zurückgewullft. Man hat ihn rausgewulfft.
Entschuldigt. Ich gebrauche den Terminus natürlich völlig falsch, denn es hat sich mittlerweile tatsächlich eine Bedeutung des Verbs „wulffen“ herauskristallisiert. Um genau zu sein, sogar gleich zwei verschiedene! Weiterlesen

Das große Helden-Aussterben – Whitney Houston

Nachdem mit Michael Jackson der männliche Held meiner Jugend und Kindheit gestorben ist, wurde nun verkündet, dass meine Heldin jener Tage ebenfalls das Zeitliche gesegnet hat.
Ich kann mich gut erinnern… es war vor 18 Jahren, Karneval in einer hessischen Grundschule. In jeder Schulklasse sollte eine Gruppe Schüler Beiträge für den Schülerwettbewerb vorbereiten. Der beste Beitrag einer jeden Klasse sollte dann in der Turnhalle vor all den anwesenden, desinteressierten Menschen, die alle nur darauf warteten, dass ihre Kinder sich vor den Eltern der anderen zum Löffel machten, vorgetragen werden.

Ich schnappte mir also meinen dicksten Dude aus dem Sandkasten, der mir den Kevin Costner spielen sollte. Seine Aufgaben waren simpel: In den Kommunionsanzug klettern und stilvolle Power Rangers Posen zum Besten geben.

Keine große Sache für einen Jungen Anfang der Neunziger.

Mit ihm zusammen wollte ich es zu glorreichen Ruhm bei der Mini-Playback-Show der Schule bringen. Mutti schmierte mir ein bisschen Schminke ins Gesicht, machte mir hübsche Löckchen in mein – unpassender Weise – blondes Haar und setzte mir einen schicken Hut auf. Ready for Recall – würde man heute sagen. Eigentlich hätte nichts schief gehen dürfen!

Ich saß vor der Horde an Klassenkameraden-Banausen auf einem hässlichen Holzstuhl und schmachtete, jammerte und heulte tonlos „I will always love you“ in mein unsichtbares Mikrophon, während der beanzugte Power-Ranger zu meiner Rechten mimisch und gestisch ein Maschinengewehr nachahmte. Lauter als die Musik, versteht sich. Und irgendwie schien er den Sinn des Films Bodyguard nicht gecheckt zu haben, weil ich glaube, er hat versucht, mich mit seinem unsichtbaren Gewehr abzuknallen.

Naja, es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Weiterlesen