Oscar 2012: Gewinner des Jahres im ausführlichen Bericht

00:59 Uhr
In fünf Minuten fängt die olle Annemarie von Pro Sieben an, die schönsten und hässlichsten Fummel der Oscar-Verleihung bzw. des roten Teppichs aufzuzeigen. Sie wird wohl versuchen, sich überall mit ihrem Mikro in die erste Reihe zu drängeln und irgendwelchen Stars irgendwelche Fragen zu stellen, die letztlich belächelt, wenn nicht gar ignoriert werden.
Zu diesem freudigen Anlass dachte ich mir also, ich könnt mich ja auch mal schick machen und mein Ballkleid aus Schulzeiten anziehen. Passt besonders gut zu den weißen Tennissocken und der Putz-Frisur. Mein Stil-Empfinden war schon immer von höchster Sorte.
Oha! Es geht los! Naja. Socken hat die Annemarie nicht an. Aber ihre Frisur sieht nicht wesentlich besser aus, als meine. Ich sehe gerade, die Annemarie wird den Stars keine doofen Fragen stellen. Steven Gätjen macht das, wie auch in den Jahren zuvor. Was wohl das geringere Übel ist…?

01:07 Uhr
Aye. Pro Sieben hat offenbar die Elite der Y-Prominenz auf Los Angeles losgelassen. Rebekka Irgendwer, einstige Topmodel-Anwärterin bei Heidi Klum, ist ebenfalls mit dem hässlichsten Fetzen am Start, um ihre Meinung kundzutun.Das war ja nötig… Die braucht ja nun wirklich kein Mensch.

01:17 Uhr
Steven  Gätjen hat tatsächlich George Clooney vor die Linse bekommen. Und schon wurde eine meiner Fragen bentwortet, die ich zuvor im Blog gestellt hatte. Eigentlich wurden sogar zwei Fragen beantwortet. Offenbar war die Wette zwischen Brad und George nur ein Gerücht, das die Spannung in der Presse steigern sollte. Wir werden also vorerst nicht herausfinden, ob Brad in Seemannsuniform sexy aussieht. Und vermutlich bleiben die Brangelina-Kids auch am Leben. Joa. So schnell kanns gehen. Jetzt beschäftigt sich der Gätjen erst einmal mit den deutschen Hoffnungsträgern für Academy Award in diesem Jahr. Zum Einen wäre dies der Wim Wenders Film über die Tänzerin Pina. Abgefahrene Doku-Scheiße. 3D meets Tanzfilm. Angeblich ein abendfüllender Film. Heißt drei bis vier Stunden ohne Werbung und Pause? Hmmm. Nun werden die Jungs des Kurzfilms „Raju“  interviewed. Die hoffen nämlich auf einen Oscar in der Kurzfilm-Kategorie und freuen sich wie kleine Kinder. Süß eigentlich.
Jetzt wartet Gätjen erst mal, bis jemand mit ihm sprechen will. Zwischenzeitlich unterhält er sich mit einem Hollywood-Insider, der die Rote-Teppich Akquise übernimmt. Von alleine würde offenbar keiner mit dem Steven reden wollen. Versteh ich gar nicht.

01:30 Uhr
Nachdem Steven Gätjen von seinem Promi-Experten auch Rooney Mara zugeschoben bekommen hat, war Pro Siebens aktiver Anteil des Abends auch schon beendet. Nun leiten irgendwelchen, professionellen Ami-Moderatoren die Interviews und schaukeln das Ding. Naja. Immerhin. Außerdem werden gerade Einspieler gezeigt, in denen die Mütter was über ihre berühmten Schauspiel-Kinder erzählen. Hauptsache emotional.

02:13 Uhr
Nachdem die Tante aus dem US-Fernsehen beinahe einen Orgasmus wegen Michelle Williams‘ Outfit bekommen hat, hab ich beschlossen, mein Ballkleid auszuziehen und stilecht in Jogginghose weiter zu schreiben. Ist irgendwie bequemer und ich merke schon jetzt, dass es scheiß schwierig wird, bis um sechs Uhr früh wach zu bleiben.
Zwischenzeitlich wurden diverse Stars vor die Kamera gezerrt. Darunter Penelope Cruz, Cameron Diaz, Gwyneth Paltrow, Glenn Close und so weiter. Allesamt wahrlich hübsch gekleidet. Schrecklich war nur das Ding, dass Colin Firths Frau anhatte. Irgendwas zwischen Basketball-Korb, Kirchen-Kollekte und Ernussbehälter. Also vorne an den Möpsen. Brad Pitt lief zwischenzeitlich auch vorbei und schon habe ich der Welt verziehen, dass ich ihn nicht in Matrosen-Kluft zu sehen bekommen würde. Nach einigen optischen Fauxpas sah er in diesem Jahr sportlich frisch aus und vor allem irgendwie jung. Und auf jeden Fall heiß! Bin ich fast beleidigt, dass er mir in der Berlinale-Zeit nicht im Netto oder im Lidl in Berlin begegnet ist. Des Weiteren scheint es, als teilen sich Brad und seine Liebste Angelina nicht nur Tisch, Bett und Kinder, sondern auch das Haarfärbemittel. Kaufen die wahrscheinlich gleich in der Familien-Packung. Hat mal einer jüngst deren Kinder gesehen? Was haben die so für Haarfarben derzeit? Sieht doch verdächtig ähnlich aus bei den Turteltäubchen. Die ich übrigens heute noch nicht zusammen, sondern nur separat gesehen hab.  Muss Liebe schön sein.

02:26 Uhr
Endlich ist das nichtsnutzige Vorgeplänkel vorbei. Los gehts!

02:39 Uhr
Okay. Der Eöffnungsfilm der Veranstaltung war wirklich ganz cool. Zusammenschnitte aller nennenswerten Filme des letzten Jahres und überall hat sich der Moderator der Oscar-Verleihungen Billy Crystal eingeschmuggelt. Witzig gemacht. Leider kann man das nur bedingt für die Musical-Versuche des Moderatoren behaupten. Zu Gute muss man ihm halten, dass auch er über den neuen Scorsese Film „Hugo Cabret“ verwundert war und dies in seinem Song zum Besten gab. Auch ihm schienen Waffen und Geballer zu fehlen. Mir fehlte bei der Musical-Geschichte auf jeden Fall Wolverine und sein Eingreifen in das Geschehen. Aber Billy Crystal hat – Gott sei Dank – auch so aufgehört, zu singen. Trotzdem muss ich sagen, dass auch diese Frage aus dem Blog zuvor nicht zu meiner Zufriedenheit beantwortet werden konnte.
Soeben wurde der erste Oscar in der Kategorie Cinematography verliehen. Und Zack! „Hugo Cabret“ bekam den ersten Oscar des Abends. Und auch gleich den zweiten für Art Direction und Gedöns. Fängt ja vielversprechend an. vielleicht sollte man die ganze Film-Sippe einfach auf die Bühne holen und denen gleich acht, neun Stück in die Hand drücken. Da spart man sich doch ordentlich Zeit. Sagte ich im Blog zuvor nicht etwas von keinem klaren Favoriten? Achja. Wir sind ja noch bei den langweiligen Kategorien. „The Artist“ pisst mir heut auf jeden Fall noch an den Karren. Ich sehs schon kommen.
Grad ist Werbung. Ich frage mich, wem ich den Oscar und die 45 Sekunden Ruhm wirklich gönnen würde. Ich mag die typischen Favoriten in der Regel nicht sonderlich. In diesem Jahr drücke ich natürlich, aus einem bisschen Zwangs-Patriotismus, den drei deutschen Chancen die Daumen. Zwar würde ich wirklich gerne mal sehen, was Mery Streep macht, wenn sie wieder nicht gewinnt (Ich hoffe ja doch noch auf eine Adaption des „Los Angeles Chainsaw Massakers“) aber prinzipiell tut mir die Gute schon ein bisschen leid. Nach fast 30  Jahren mit zig Nominierungen und ohne Gewinn hätte sie es tatsächlich mal verdient. Und sie würde mit Würde gewinnen, anders als die ganzen jungen Hühner mit ihren Heul-Arien. Wobei, Rooney Mara würde bestimmt auch lustig werden, sollte sie gewinnen und die Dankesrede aufsagen. Vielleicht schießen Elektro-Blitze aus ihren Augen. Oder ein Eisregen fällt vom Himmel. Die Frau macht mir irgendwie Angst.
Was den besten Hauptdarsteller angeht… hmmm. Vielleicht Brad Pitt! Ich bin mir sicher, dass sein Hexenweib es ihm nicht gönnen wird. Und ich mag alles, was sie in Rage bringen könnte! Bester Nebendarsteller… Nick Nolte! Würd ich mal sagen. Der Typ ist ja mal so steinalt geworden. Aber lässig isser schon. Beste Nebendarstellerin Melissa McCarthy. Einfach dafür, dass das die einzige Frau ist, die einen Oscar dafür bekommen könnte, dass sie einen flotten Otto in einem Waschbecken abgeliefert habt. Ihr glaubt mir nicht? Schaut „Brautalarm“. Ich frage mich wirklich, wie die weibliche Version von „Hangover“ tatsächlich für zwei Oscars nominiert werden konnte. In der Öffentlichkeit Pupsende, Rülpesende, Kotzende und Kackende Männer sind ja auch schon absonderlich eklig. Aber wenn Frauen das im Film machen? Und dann auch noch zwei Oscar Nominierungen dafür bekommen? Wieso das denn? Weil es mutig ist, sich selbst so sehr in der Öffentlichkeit niederzuwirtschaften und zu denunzieren? Keine Ahnung. Aber ich begrüße mangelndes Niveau und deshalbist „Brautalarm“ mein Favorit für die beste Nebendarstellerin und das beste Drehbuch. Was die beste Regie angeht, bin ich meinungslos. Ich will nur nicht, dass Scorsese für seinen Hugo einen Award gewinnt. Sonst denkt er noch, dass solche Filme sein wahres Ding sind und ich seh nie wieder Geballer, Bullen und Waffen. Das wäre ein herber Verlust.
Ansonsten…. ists mir eigentlich latte.

02:53 Uhr
Gerade werden die die größten Oscar-Kracher der Geschichte eingeblendet. Mann, Mann, Mann. Das waren noch Filme! Titanic, Forrest Gump, Ghost, der Exorzist…. Solches und Ähnliches gibt es in diesem Jahr leider nicht zu bestaunen.
Nun die Kategorie der „Kostüm-Designer“. Im Übrigen die Chance für eine deutsche Künstlerin namens Christl. Ich gehe aber irgendwie nicht davon aus, dass dit was werden könnte.
… und ich sollte Recht behalten! Nun bekam auch mein „Lieblingsfilm“ „The Artist den ersten Goldjungen überreicht. Die erste von drei Chancen für Deutschland verkackt. Damn it. Immerhin ging der Oscar für „Best Make Up“ nicht an einen der beiden Favoriten, sondern an „Die Eiserne Lady“. Somit müsste nur noch Meryl Streep gewinnen, um alle Nominierungen klar gemacht zu haben, die überhaupt da waren. Score!

03:06 Uhr
Endlich wieder ein Award. Der „Beste fremdsprachige Film“. Ätsch! Da konnten „The Artist“ und „Hugo Cabret“ nicht mitmachen. „A Separation“ hat den Oscar erhalten. Nun eine der wichtigeren Kategorien: Beste Nebendarstellerin. Ich drücke die Dauuumen Melissa, ich drücke die Dauuuumen…. und drückte natürlich umsonst. Octavia Spencer aus „The Help“ bekam den ersten Oscar für ihre Leistungen. Auch nicht ganz unverdient, wie ich finde. Wenigstens weinte endlich mal wieder jemand. War ja klar, dass eine im Film kackende Frau keinen Oscar bekommt. Schade Melissa. Vielleicht ein anderes Mal.
Btw. habe gerade Brad und Angelina zusammen gesehen. Die Haarfarben sind wirklich ähnlich. Sehr ähnlich. Zu ähnlich! Ich plädiere also für die Familien-Packung Haar-Coloration ausm Discounter.

03:23 uhr
„Film Editing“ ist die nächste Kategorie, in der es was abzustauben gibt. Die Neuverfilmung des Stieg Larsson Films „Verblendung / The Girl with the Dragon Tattoo“ hat ihn bekommen. Meinetwegen. „Sound Editing“ bringt dem Scorsese-Schinken um den Halbwaisen Hugo die dritte Auszeichnung bisher ein. Mwah. Und direkt hinterher wird auch noch der „Sound Mixing“ Award an „Hugo Cabret“ geballert. Gähn. Aber hey! Hier heult wenigstens mal ein Mann. Ich glaub, er heißt Fleischmann. Da würde ich vielleicht auch weinen. Aber nun gut. Glückwunsch trotzdem.

03:35 Uhr
Eine eingeschobene Show-Einlage. Es wird getanzt. Ich schätze mal, da haben die „Artist“ Wesen was mit zu tun. Sieht zumidest so aus. Mäh. Ich rauche mal eine. Mir tun die Finger schon weg vom Tippen. Und gleich auch noch die Augen vom Guggen. Da hilft nur noch Nikotin.
Sie tanzen immer noch.  Auch viel mit Akkrobatik und so. Warte auf eine Nachlässigkeit oder einen witzigen Sturz. Ist ja eine Live Sendung und somit nicht völlig ausgeschlossen. Aber nun musste ich feststellen, dass dat doch nichts mit „The Artist“ zu tun hatte, sondern mit dem „Cirque du Soleil“. Da fällt dann doch keiner hin. Zu professionell.
Gwyneth Paltrow und Robert Downey Jr. verkünden gleich den Gewinner in Sachen „Bester Dokumentarfilm“. Downey Jr. kann das natürlich nicht, ohne schrecklich albern zu sein.  Er ist ganz schön arg albern. Die deutsche Chance! … und dann auch eine weitere vergebene Chance. Kein guter Tag für Schland, wie mir scheint. „Undefeatet“ hat das Ding stattdessen geschaukelt. Keine Ahnung, worum es dabei geht.

03:45 Uhr
Jetzt geht es um Animations-Filmchens. Ein witzig scheindender Film namens „Ringo“ erhält die Auszeichnung. Und nun erst mal Päuschen.

03:54 Uhr
Nun „Visual Effects“, der zwölfte Award, der heute verliehen wird. Den Preis erhält *Hust* mal wieder „Hugo Cabret“. Der olle Kinder-Schinken hat nun schon fünf Preise abgesahnt. Fünf von elf Nominierungen, fünf von 24 Kategorien. Halbzeit ist nun angesagt. Die Häfte der Preise sind schon vergeben. Und zwar ganz schön einseitig. Einseitiger, als ich erwartet hatte.
Glücklicherweise wird die Show mit einer spannenderen Kategorie aufgelockert. „Bester Nebendarsteller“. Die Chance für Nick Nolte, der im Original sprechen kann, wie Darth Vader himself. Und all das ohne Stimmverzerrer. Awesome. Doch ich scheine mir tatsächlich immer Lieblinge auszusuchen, die nicht gewinnen. Kommt davon, wenn man nicht auf allgemeine Favoriten setzt.
Gewonnen hat Christopher Plummer für „Beginners“. Standing Ovations, sogar von Brangelina. Kein Wunder, der Herr hat einiges geleistet und vor allem schon einige Jahre auf dem Buckel. An sich allso auch pretty verdiente Sache.
04:09 Uhr
Leute, „The Artist“ hat gerade doch ein paar Sympathie-Punkte einheimsen können. Das liegt daran, dass man auch den Hund aus dem Film als Gast zur Oscarverleihung eingeladen hat. Ähm, wie süß ist das denn bitte? Endlich mal eine angemessene Würdigung für die Leistung eines Wauzis. Schade, dass Oscars nicht an Tiere vergeben werden. Wär ja gern in die Glotze gehoppst und hätte den Hund als Fortpflanzungspartner für meinen eigenen Vierbeiner stibitzt. Durch diese nette Geste darf „The Artist“ zumindest einen weiteren Oscar gewinnen. Dat reicht dann aber auch bitte.
Nun „Original Score“, also Mukke und so weiter. Ging an „The Artist“. Tja Jungs. Einen weiteren Award hatte ich euch zugestanden. An eurer Stelle hätte ich mir den für eine wichtigere Kategorie aufgehoben. „Bester  Film“ oder so. Aber nun gut. Eure Entscheidung.

04:16 Uhr
Will Ferrell im weißen Anzug und mit Blechinstrumenten in den Griffeln. Das kann nur schief gehen. So stellt er und sein kleiner dicker Kumpel, dessen Namen ich leider nicht kenne, die Nominierten für „Original Song“ vor, immerhin zwei an der Zahl. Gewonnen hat der Song für „The Muppets“. Geht klar. Jason Segel, Marshall Eriksen singt ja auch mit. Und wer „How I met your mother“ mag, oder als Kind die Muppet-Show gesehen hat, dürfte sich freuen.

04:25 Uhr
Ui! Miss Jolie darf auch mitspielen! Zumindest beim Preise überreichen. Und zwar den für „Adapted Screenplay“. Mal schauen, wem sie gleich ihren roten Lippenstift ins Gesicht und die teure, geliehene Abendgarderobe schmieren wird. … Aaaaha. Den Herren von „Descendants“. George Clooney kommt nicht mit auf die Bühne. Den hat sie sicherlich schon so oft genug umarmt, wenn er und Brad einen zusammen Trinken gehen. Um ihm böse, bedrohliche Worte ins Ohr zu flüstern, für den Fall, dass George ihren Schnuckel nicht in einem Stück nach Hause bringt. Versteht sich. Und nun stellt sie gleich noch den Gewinner des besten Orginal-Drehbuchs vor. Erneute Chance für „Brautarm“… und wieder verkackt. Stattdessen erhält Woody Allen en Preis, holt ihn aber erst gar nicht ab, sondern ist „verhindert“. Er hat von den Dingern ja auch schon ein paar. Nix mehr besonderes.  Steckt die Angelina den Preis halt selber ein. Hat ja auch schon lange keinen Oscar mehr bekommen.

04:38 Uhr
Sohoo! Wenigstens dürfen die Ladies von „Brautalarm“ auch einen Preis überreichen, wenns schon für sie selbst keinen der beiden möglichen Preise gab. Sie überreichen gleich – hoffentlich – der letzten deutschen Cance „Raju“ einen Preis für den besten Kurzfilm! … Nicht. „The Shore“ bekommt den Oscar. Deutschland geht leer aus. Wirklich, nicht das Jahr für Deutschland.
Ich sollte keinesfalls mit meinen Hoffnungen an Wetten teilnehmen. Bisher hatte ich noch nicht einmal Recht / Glück oder irgendwas mit meinen Vermutungen. Bloß gut, dass ist auch nicht meine Aufgabe. Ich berichte lieber von meinen Misserfolgen und langweiligen Events.
Den Preis für „Documentary Feature“ erhält „Saving Face“. Trauriges Filmchen. Der beste animierte Kurzfilm geht an „Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore“. Äh… ja? Whatever.

04:50 Uhr
Jetzt gehts an die Würstchen! Die wichtigen Kategorien samt Gewinner werden verkündet. Begonnen wird mit „Directing“, also beste Regie. Ich bin gespannt!
And the Oscar goes to…. Mwah. „The Artist“ Regisseur Michel Hazanavicius hat also gewonnen. Ich hatte diesem Film ja eigentlich keinen weiteren Preis erlaubt, aber irgendwie scheint sich permanent über meine Autorität hinweggesetzt zu werden. Ich bin empört. Nun gut. Schlimmer wäre es gewesen, den Scorsese auf dumme Gedanken zu bringen. Vielleicht denkt er jetzt ja mal über seine Missetaten nach und beehrt uns bald wieder mit einem anständigen Schieß-Film. Am Besten mit diCaprio. Der fetzt in letzter Zeit. Finde ich zumindest. Könnte auch mal einen Oscar vertragen.
04:59 Uhr
Eben gerade gab es ein paar Ehren-Oscars. Ich hab kurz verrafft, richtig zuzusehen, da die vier Günstlinge bereits im Vorfeld der Verleihungen geehrt wurden. U    nter ihnen befand sich auch Oprah Winfrey. Leider gab es nur kure Video-Sequenzen zu den Ehrungen. Die waren aber sehr herzergreifend. Hätte man ruhig etwas länger gestalten können. Sind schließlich die Ehren-Auszeichnungen… und der Ehre halber hätte man gern länger hingesehen. Nun ja.
Nun wirds aber doch noch mal herzschmerzig. Billy Crystal gedenkt den großen verstorbenen Persönlichkeiten der Welt. Unter ihnen auch die jüngst verstorbene Whitney Houston, Elizabeth Taylor, Steve Jobbs und vielen weiteren, traurigen Verlusten. Dazu erklingt eine weibliche Version des Sinatra-Klassikers „Wonderful World“. Wirklich, wirklich schmerzlich und traurig.

05:13 Uhr
Die Vorjahres-Gewinnerin des Oscars für die beste Darstellerin – Natalie Portman – präsentiert nun die Nominierungen für den besten Hauptdarsteller und drückt schön auf die Tränendrüse. Und gleichzeitig versucht sie, witzig zu sein. Klappt sogar ganz gut. Scheint der Oscar letztes Jahr sogar verdient gewesen zu sein. Soll sie nun noch mal ein bisschen Ballett tanzen, mit Frauen knutschen und zur Mukke von „Lonely Island“ rappen. Dann bin ich überzeugt.
Die Nominierten sind  Demián Bichir für „A Better Life“, George Clooney für „The Descendants“, Jean Dujarin für „The Artist“, Gary Oldman für „Dame, König, As, Spion“ und Brad Pitt für „Moneyball“.
So! Brad? George? Wer ist nun Alpha-Tier im Rudel? Wer der Held unter dem Pantoffel? – Weder noch, ihr Hollywood-Schnuckels. Wie erwartet sahnt der Franzose  Jean Dujardin die Trophäe ab und bedankt sich beim Publikum mit „I love your country“. Schleimer. Und nochmal haben sie sich über mein gönnerhaftes Gebot hinweggesetzt. Leider sind Brad und George nicht sofort empört auf die Bühne gestapft, um Jean die Kieferleiste zu polieren. Also bleibt es bei mangelndem Blut beim Franzose-Film. Wieder eine Frage aus dem Blog zuvor zu meiner Ertäuschung beantwortet worden. Auch sah es nicht so aus, als habe Brad Angelina verlassen. Ist ja auch alles schick. Sie hat den Oscar von Woody Allen und er hat keinen. Rangordung und Hierarchie erneut abgesteckt.
05:24 Uhr
Nun verläuft die Kiste umgekehrt. Colin Firth, Mann der Frau mit dem schrecklichsten Kleid, Oscar Gewinner im letzten Jahr und zwar für seine Hauptrolle in „The King’s Speech“ wird gleich die beste Hauptdarstellerin ehren und sie zum Heulen bringen. Oder Meryl zu einem Anschlag mit einem Haushaltswerkzeug verleiten. Nominiert waren Glenn Close für „Albert Nobbs“, Viola Davis für „The Help“, Rooney Mara für „Verblendung“, Meryl Streep für „Die Eiserne Lady“ und Michelle Williams für „My Week with Marilyn“.
Anschlag? Eisregen? Blick-Blitze? Oder wiederaufgestandene Flmikone? Wer wird es sein?
Waaaaahnsinnig spannend!!!
ALTER VERWALTER! Da bin ich jetzt wirklich überrascht! Kein Kettensägen-Massaker! Vermutlich hat auch die Academy es ebenso wie ich vermutet und Frau Streep sicherheitshalber den Preis endlich mal gegeben. Und wirklich, würdevoller kann man einen Preis nicht entgegen nehmen. Mit Charme, Witz und lieben Worten empfing sie den Preis, der ihr schon so lange zusteht. Zwar hat sie Tränchen in den Augen, aber mit einer Grazie, von der sich die meisten ihrer Kontrahentinnen eine Scheibe abschneiden könnten. Große Frau, großartige Karriere und verdientester Sieg des Abends. Wäre ihr nicht schrecklich egal, wer ich bin, ich würde ihr beglückwünschend die Flosse schütteln wollen.
Worüber mach ich mich denn dann im nächsten Jahr lustig? Meryl Streep war mit ihren zahllosen Nominierungen und ausbleibenden Gewinnen immer ein ansprechenswertes Thema. Muss ich mir zum nächsten Jahr etwas Neues ausdenken. Und irgendwie wäre ein Wut-Massaker auch mal nice gewesen. So spannend ist das Event letzten Endes ja leider nicht.
05:32 uhr
Aha. Tom Cruise stellt gleich den Gewinner des „Besten Films“ vor. Weiß zwar nicht, was Tom Cruise so generell mit guten Filmen zu tun hat, aber na gut. Nominiert waren  – natüüüürlich -„The Artist, „The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten“, „Extrem laut und unglaublich nah“, „The Help“, „Hugo Cabret“, „Midnight in Paris“, „Moneyball“, „The Tree of Life“ und „Gefährten“.
Und nun heißt es, zum letzten Mal im Jahre 2012, „And the Oscar goes to…

… na was wohl? „The Artist“. Ich werde mich darüber nicht mehr beklagen. Denn sie haben einen weiteren Sympathie-Punkt erhalten, indem die ganze Filmcrew auch den Hund Uggie mit auf die Bühne genommen hat, um den Preis entgegenzunehmen. Der ein oder andere Dankesredner hatte Tränchen in den Augen. Hund wurde geküsst. Es wurde sich gegenseitig geküsst (sind ja Franzosen. Die küssen oft) Netter Abgang. Alles in Allem.
Vielleicht bin ich auch zu müde, mich zu beschweren und große Revolten zu starten .
„The Artist“ war also der klare Sieger des Abends. Fünf Oscars und meist sogar in wichtigen Kategorien. „Hugo Cabret“ erhielt zwar ebenfalls fünf der begehrten Goldjungs, aber in eher unwichtigen Kategorien. „Die Eiserne Lady“ hat beide zu holende Preise abgestaubt. Vor allem schön für Meryl Streep, deren beinahe 20 Jahre andauernde Durststrecke nun endlich ein Ende hat. Alle anderen Hoffnungsträger erhielten bestenfalls einen Award, weshalb ich auf eine gesonderte Aufzählung der Gewinner verzichten werde. Ist ja nun auch schon spät.
Außerdem gab es auch keinen Sacha Baron Cohen, der in Diktator-Kluft erschienen ist und so für einen Skandal gesorg hätte. Wobei – wer weiß das schon? Womöglich wurde er bereits am Eingang von den Türstehern verhauen und das amerikanische Fernsehen wusste dies geschickt zu vertuschen. Ich werde es wohl nie herausfinden.
So liebe Freunde. Ist nun schon 06:09 Uhr. Ich schließe diesen Blog-Eintrag nun. Es ist möglich, dass ihr den ein oder andern Fehler finden werdet. Schimpft nicht mit mir, das war ein harter Abend. Ich werde noch einmal drüber lesen, sobald ich halbwegs ausgeschlafen bin. Lest fleißig, teilt fleißig usw. Für eine Oscar-Berichtserstattung der anderen Art.

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