Oscar 2012: Gewinner des Jahres im ausführlichen Bericht

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In fünf Minuten fängt die olle Annemarie von Pro Sieben an, die schönsten und hässlichsten Fummel der Oscar-Verleihung bzw. des roten Teppichs aufzuzeigen. Sie wird wohl versuchen, sich überall mit ihrem Mikro in die erste Reihe zu drängeln und irgendwelchen Stars irgendwelche Fragen zu stellen, die letztlich belächelt, wenn nicht gar ignoriert werden.
Zu diesem freudigen Anlass dachte ich mir also, ich könnt mich ja auch mal schick machen und mein Ballkleid aus Schulzeiten anziehen. Passt besonders gut zu den weißen Tennissocken und der Putz-Frisur. Mein Stil-Empfinden war schon immer von höchster Sorte.
Oha! Es geht los! Naja. Socken hat die Annemarie nicht an. Aber ihre Frisur sieht nicht wesentlich besser aus, als meine. Ich sehe gerade, die Annemarie wird den Stars keine doofen Fragen stellen. Steven Gätjen macht das, wie auch in den Jahren zuvor. Was wohl das geringere Übel ist…? Weiterlesen

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Oscar 2012: Nominierungen und einleitende Gedanken vor dem Event

Heute werden in Los Angeles zum 84. Mal die Oscars verliehen. Wie in jedem Jahr gibt es Favoriten, doch alles in allem scheint es in diesem Jahr ziemlich öde zu werden. Nicht einmal, weil es einen einzelnen, alles andere in den Schatten stellenden Super-Film gäbe, der sowieso nahezu alle Preise gewinnen wird und demzufolge stets die selben Menschen auf der Bühne rumturnen werden. Nein. Es wird lahm, weil die Filme irgendwie alle langweilig erscheinen.
Einst waren große Gefühle, atemberaubende Emotionen, blaue Menschen oder sinkende Schiffe die großen Abräumer der Academy Awards. Heutzutage verzichtet man auf Konversation und versucht sich in Pantomime, oder man verfilmt irgendwelche Kinderbücher. Wir sind ja alle sooo independent und hipp. Wir machen was super-duper Ausgefallenes. Ja. Vielleicht passt man sich auch nur dem Durchschnitts-Niveau der breiten Zuschauermasse an. Keine Ahnung, in welche Richtung. Aber wo, meine lieben Leser, ist der wahre Oscar-Schick hin? Wo sind die großen, spannenden Filme hin, bei denen man nicht nach einer halben Stunde wahlweise einschläft, die spektakuläre Flucht aus dem Kino plant, oder von suizidalen Gedanken übermannt wird? Weiterlesen

Notiz an mich selbst. #3 – Alternativ-Verhältnisse

Wie ein wütendes Pony schnaubte ich aus und nippte an meinem Bier. Eigentlich hatte ich schon völlig vergessen, warum ich mich mit meiner Mitbewohnerin so schlimm in die Haare bekommen hatte. Aber eines wusste ich: Ich war wirklich stinkig und trank gerade schon das vierte Trotz-Bier und inhalierte, noch wütender, die vierzehnteste Zigarette nach dem Eklat.

Aber irgendwie bemerkte ich schnell, dass meine bodenlose Empörung mit blanker Ignoranz  abgestraft wurde. Ich kramte also im Repertoire meiner Handlungsalternativen und wurde bald, wenn auch nicht vollends überzeugt, fündig. So stapfte ich in Richtung Garderobe, um meine Jacke abzuholen und infolgedessen einen stilvollen polnischen Abgang hinzulegen. Weiterlesen

Wulff: Rücktritt – Doch nicht ohne einen wertvollen Beitrag

Nur selten arbeiten alle Deutschen so leidenschaftlich zusammen – aber wenn es darum geht, eine jede Leiche aus eines Menschen Keller zu räumen sind alle dabei! So ist nun auch das Unvermeidliche eingetreten: Es hat sich ausgewullft! Der Präsident ist zurückgewullft. Man hat ihn rausgewulfft.
Entschuldigt. Ich gebrauche den Terminus natürlich völlig falsch, denn es hat sich mittlerweile tatsächlich eine Bedeutung des Verbs „wulffen“ herauskristallisiert. Um genau zu sein, sogar gleich zwei verschiedene! Weiterlesen

Es gibt einen Gott.

Nach eingängiger Betrachtung habe ich festgestellt, dass die Christen mit ihrem Glauben vermutlich doch Recht haben. So wie es ausschaut, gibt es tatsächlich einen Gott. Bisher hatte ich vehement seine Existenz bestritten. Erschien mir prinzipiell auch logischer.

Ich meine, wie soll man sich das denn auch vorstellen? Soll da wirklich ein bärtiger, steinalter Typ auf einer Wolke sitzen, gelangweilt in der Nase bohren und die Macht haben, knapp sieben Milliarden Menschen rund um die Uhr zu beglücken, oder gar zu manipulieren?

Schwer vorstellbar.

Zumal es sich angeblich um einen Vertreter der Gattung Mann handelt und wie es um deren Multitasking-Fähigkeit beschaffen ist, wissen wir alle.
Aber nach ausführlichen Überlegungen erschien es mir dann gar nicht mehr abwägig.

Im Gegenteil, es war, als hätte ich ein erleuchtendes Erlebnis gehabt, denn plötzlich war ich mir absolut sicher, dass Gott tatsächlich existiert.
Gott macht kein Multitasking, Gott handelt einfach jeden Menschen einzeln ab, schön der Reihe nach. Wenn er sich für jeden einzelnen Menschen etwa zehn Minuten Zeit nimmt, kann man sich schnell ausrechnen, wie lange er bei knapp sieben Milliarden Menschen auf der Welt einplanen müsste.

Zuzüglich des zeitlichen Umfangs von Mittagspausen und Feierabend-Bier.

Und schnell ist es auch nicht weiter verwunderlich, weshalb Gott offensichtlich keine Zeit hat, bei jedem Menschen unter der Sonne mal vorbei geschaut zu haben. Viele Menschen warten ihr ganzes Leben lang auf seinen Besuch, sind aber durch poplige, durchschnittliche 80 Jahre Lebensdauer massiv gehandycapt.

So sterben viele Menschen, während sie auf seine Erscheinung warten, ohne ihn auch nur einmal zu Gesicht bekommen zu haben. Und jene wenigen, die dann doch das Glück hatten, diese kostbaren zehn Minuten seiner Zeit in Anspruch nehmen zu dürfen, sind auch eher desillusioniert, als zufrieden. Kein Wunder.

Eine Frau denkt zumindest nicht, dass man in zehn Minuten irgendetwas (egal was!) zur vollsten Zufriedenheit ausführen könnte. Gemeiner Trugschluss. Weiterlesen

Das große Helden-Aussterben – Whitney Houston

Nachdem mit Michael Jackson der männliche Held meiner Jugend und Kindheit gestorben ist, wurde nun verkündet, dass meine Heldin jener Tage ebenfalls das Zeitliche gesegnet hat.
Ich kann mich gut erinnern… es war vor 18 Jahren, Karneval in einer hessischen Grundschule. In jeder Schulklasse sollte eine Gruppe Schüler Beiträge für den Schülerwettbewerb vorbereiten. Der beste Beitrag einer jeden Klasse sollte dann in der Turnhalle vor all den anwesenden, desinteressierten Menschen, die alle nur darauf warteten, dass ihre Kinder sich vor den Eltern der anderen zum Löffel machten, vorgetragen werden.

Ich schnappte mir also meinen dicksten Dude aus dem Sandkasten, der mir den Kevin Costner spielen sollte. Seine Aufgaben waren simpel: In den Kommunionsanzug klettern und stilvolle Power Rangers Posen zum Besten geben.

Keine große Sache für einen Jungen Anfang der Neunziger.

Mit ihm zusammen wollte ich es zu glorreichen Ruhm bei der Mini-Playback-Show der Schule bringen. Mutti schmierte mir ein bisschen Schminke ins Gesicht, machte mir hübsche Löckchen in mein – unpassender Weise – blondes Haar und setzte mir einen schicken Hut auf. Ready for Recall – würde man heute sagen. Eigentlich hätte nichts schief gehen dürfen!

Ich saß vor der Horde an Klassenkameraden-Banausen auf einem hässlichen Holzstuhl und schmachtete, jammerte und heulte tonlos „I will always love you“ in mein unsichtbares Mikrophon, während der beanzugte Power-Ranger zu meiner Rechten mimisch und gestisch ein Maschinengewehr nachahmte. Lauter als die Musik, versteht sich. Und irgendwie schien er den Sinn des Films Bodyguard nicht gecheckt zu haben, weil ich glaube, er hat versucht, mich mit seinem unsichtbaren Gewehr abzuknallen.

Naja, es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Weiterlesen