Und wer den Schaden hat…

Selbstmitleid ist erst dann angebracht, wenn man sich das Mitgefühl anderer ehrlich und aufrichtig verdient hat. Allerdings… wenn andere einen bemitleiden, braucht man auch kein Selbstmitleid mehr. Dann ist es nämlich schon soweit, dass man über sein eigenes Pech lachen muss.
Pech ist ja meiner Meinung nach auch nicht so schlimm wie Unglück. Unglück ist auch nach einem Jahr noch scheiße. Über Pech kann man in der Regel nach einer knapp bemessenen Zeit schon schmunzeln.
Meine rekordverdächtige Pechsträhne begann an einem Mittwoch, an dem ich dachte, ich könnte pflichtbewusst sein und trotz völlig mangelnder Motivation zu meinem Studi-Job gehen. War ja klar, dass dies Vorhaben bestraft werden musste – wir sind schließlich in Deutschland. Zugegeben, ich war ein wenig abgelenkt, während ich begleitet von den Sonnenstrahlen des Spätnachmittags durch den Prenzlauer Berg in Richtung Arbeit schlich, aber ich konnte an sich schon immer blind laufen. Als Hobby-Alkoholiker mit jahrelanger Erfahrung konnte ich mich zumindest auf diese Fähigkeit des alltäglichen Lebens verlassen: Laufen konnte ich wirklich immer. Bei meinen anderen Talenten sah es da schon um einiges düsterer aus. Sprechen, Denken und SMS schreiben gehörten definitiv nicht dazu. Aber Laufen. Ich konnte beim Laufen essen, trinken, lesen und sogar zeitweise ohnmächtig sein. Voll mein Ding. Aber an diesem einen, Gott verdammten Mittwoch-Nachmittag, reichte nach kurzem Verkehr-abschätzenden Blick auch nüchtern nur ein einziger Schritt. Und Zack hieß es: „Willkommen im Elend!“
Ich fand mich in geistiger Klarheit mit dem Gesicht auf dem Boden, mit den restlichen Gliedmaßen weniger elegant verteilt, auf der Straße liegend, wieder. Auf meinem linken Bein hatte es sich zwischenzeitlich ein Fahrrad bequem gemacht und auf meinem rechten eine schwäbische Mutti Ende Dreißig. Aus dem Nichts kam ein unberittener Prinz mit seiner (wahrscheinlich koffeinfreien Soja-) Latte Macchiato in der Hand angeschossen, um die demoltierten Blech- und Körperteile von der Straße aufzukratzen, damit sich nicht zu allem Überfluss noch ein Auto dazu kuscheln konnte. Ob alles ok ist, fragte er. Öhm. Joa. Keine Ahnung. Ich wuchtete meine Tasche zurück auf die Schulter. Mein Kollisionsgegner gab sich Mühe, den Lenker des zweirädrigen Ungetüms wieder gerade zu biegen.
„Schön, dass es euch gut geht. Das mit der Versicherung macht ihr dann aber unter euch aus. Schon klar oder?“ und schon saß der mittlerweile eher unheroisch wirkende Kerl wieder an seinem Logenplatz im Café.
Versicherung…. OH MEIN GOTT! Ich bin nicht Haftpflicht versichert! – Hämmerte es in meinem Kopf, während ich das Fahrrad der anderen Dame abscannte, um nach größeren Schäden, die ich jetzt wohl trotz finanzieller Totalarmut aus meiner eigenen Tasche zahlen durfte. Ihr wisst schon: die Taschen, in denen seit Monaten riesige Löcher waren. Wahrscheinlich würde ich mich verschulden müssen – Moment mal, bei wem hatte ich mir noch kein Geld geliehen? Was könnte ich verkaufen, um an Bargeld zu kommen? Mittlerweile habe ich schon alles halbwegs Wertvolle verscherbelt, um Zigaretten zu kaufen. Wird diesmal wohl eine Niere dran glauben müssen.
Versunken im Gedankengang ist mir wohl entgangen, dass die gute Frau offenbar ein ähnliches Unwohlsein beim Aufkommen des Worts „Versicherung“ verspürt hatte und zwischenzeitlich schon das Weite suchte.
Nach genauerer Überlegung war das keine schlechte Idee ihrerseits. Noch ehe ich die Straße überquerte, wurde mir bewusst, dass ich ihr hätte hinterherrennen sollen. Sie an den schlecht gefärbten Haaren vom Sattel reißen und ihr die Donna Karan Brille von der Nase hätte boxen sollen. Ich bin schließlich nicht entgegen der Fahrtrichtung durch eine Einbahnstraße gescheppert, sondern sie.
Das erschien mir dann auch als ein guter Moment, um anzufangen zu heulen. Glänzende Idee. Ich laufe mitten durchs Touri-Gebiet Berlins und schluchze und heule theaterreif, während ich vermutlich aussehe, als wäre ich soeben frisch verhauen worden. Offenbar weinte ich aber nicht erbärmlich genug, um von einem der Passanten Hilfe angeboten zu bekommen, aber gut. Zivilcourage wird eben auch in Berlin großgeschrieben.
In einer stilleren Ecke ließ ich mich auf ein paar Treppenstufen plumpsen und obduzierte jene Stellen meines Körpers, die bislang aufgrund von Menschenschutz von meiner Kleidung bedeckt waren. Auf der Suche nach der ein oder anderen zermatschten Stelle oder einem Blutbad.
Scheiße. Mit dem Arbeiten würde es nichts werden. Das war mir auch in diesem Moment schon klar.
Was mir nicht klar war, war dass ich nur eine Stunde später im Krankenhaus eintreffen und mir dort einige Stunden vertreiben würde, ehe man mich untenrum bis auf den Hello Kitty Tanga nackig machen und in den Gang zu den Überdosis- und Alkoholopfern schieben würde, um mich dort weitere zwei Stunden auf die Röntgenuntersuchung warten zu lassen. Was für ein Spaß. Am laufenden Band bekam ich liebreizende Gesellschaft von anderen Unfällen und Demenzkranken, sowie schauerlich weinenden Omis. Allesamt angeschoben von gutgebauten, tätowierten Männern der freiwilligen Feuerwehr, von denen kaum jemand die Möglichkeit ausließ, einen geschmackvollen Kommentar zu meiner Unterwäsche abzugeben. Hätte ich gewusst, dass nach Monaten des Single-Daseins mal wieder jemand einen aufmerksamen Blick auf meinen leicht bekleideten Unterkörper werfen würde, hätte ich meine Ausgeh-Schlüpper angezogen. Als Dank dafür drückte man mir gefühlte fünf Stunden später zwei Krücken in die Hand, um meine Bewegungsfähigkeit auch in den Folgetagen zu gewährleisten. Aha. Wenn beide Knie geprellt sind entlaste ich mit dieser überaus unpraktischen Gehhilfe nun genau WELCHES Bein? Abgesehen davon, dass auch der rechte Arm in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Ode an die Freude…
Aufgrund des unglaublichen Muskelkaters und des schieren Nichtsnutzes meiner Krücken entschied ich mich schon wenige Tage später, auf sie zu verzichten. Stattdessen wollte ich mich, noch ungraziler als im gesunden Zustand, auf die Tragkraft meiner Füße verlassen. Krücken machen sich auch ausgesprochen schlecht auf einem für-umme-Konzert mit mehreren tausend Menschen. Man möge sich nur die Demütigung vorstellen, die mir widerfahren würde, wenn mir in dieser Menschenmenge jemand eine Krücke weggetreten hätte und ich der Nase lang in den Matsch gekracht wäre – Wetter war ja scheiße. Trotz des propagierten Sommeranfangs. Die Ironie sprach für sich. Aber es geht immer schlimmer. Ich schloss nach meiner Heimkunft die Türe meines schönen Zuhauses auf, um dann von meinem entrüsteten Mitbewohner darüber informiert zu werden, dass unser 500 Euro Kühlschrank soeben das Zeitliche gesegnet hat. Nach gerade einmal vier Jahren Gebrauch. Ich schätze Elvis, so nannten wir das silberne Monster bei seiner Taufe, hatte genug davon, nur Bier-, Wein- und Wodkaflaschen zu beherbergen. Da soll mal einer behaupten, schlechte Ernährung würde die Lebensdauer negativ beeinflussen. Elvis starb an Leberzerose. R.I.P. Ich erwähnte, wie es um meine finanzielle Situation bestellt war? Natürlich. Das binde ich jedem auf die Nase, bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Guter Moment um anzumerken, dass es um den Reichtum meines Mitbewohners viel nicht besser bestellt ist. Alles klar. Anders als noch am Mittag des selben Tages, wünschte ich mir jetzt einen eisigen Sommer, doch leider machte mir der Wetterbericht da keine größeren Hoffnungen. Die Kühlung des Brotbelags und der Hopfenkaltschale würde sich jetzt also in der Badewanne abspielen. Die dann nicht anderweitig zu nutzen wäre. Glücklicherweise gibt es mittlerweile Trockenshampoos und 96 Stunden Deos. Duschgel, Shampoo und Wasser sind eh zu teuer, wir müssen auf einen neuen Kühlschrank sparen – auf dass wir uns in drei Jahren einen leisten können. Prost.
War eine wahrlich wundervolle Woche. Körperlichen, wie auch materiellen Schaden erlitten. Beides ein gewisser Einschnitt in die Lebensqualität. Aber dennoch kann man es überleben. Immerhin konnte ich wieder laufen und mit der Zeit gewöhnt man sich auch an warmes Bier. Eines schönen Tages, sieben Tage nach Elvis‘ tragischem Verlust, beschloss ich erneut trotz mäßiger Motivation, das Etablissement meiner Arbeitsstelle aufzusuchen. Und ich schwöre, es wurde einmal mehr bestraft. Da reißt man sich schon zusammen auf der Arbeit rumzusitzen, weil man immerhin in naher Zukunft eine größere Anschaffung zu tätigen hat, und macht nur den klitzekleinen Fehler, nach zwei Stunden der Meinung zu sein, man könne sich für die verrichtete Arbeit mit einer portionierten Nikotindosis belohnen. Also: Arbeitskollegen geschnappt, Portemonnaie, Handy und Zigaretten und auf ins zehnminütige Abenteuer, bestehend aus 8 Minuten Treppensteigen und 2 Minuten süchtigem Inhalieren. Leider wurde das Abenteuer bereits nach 3 Minuten und 40 Sekunden von einem Ereignis in seiner alltäglichen Monotonie unterbrochen. Und das nicht im positiven Sinne. Unglücklicherweise geschah mir mal wieder ein Missgeschick. Da dachte ich noch, mein Handy wäre sicher aufgehoben zwischen Portemonnaie und Kippenpäckchen, war ja schließlich von beiden Seiten geschützt. Aber ich hatte mich wohl geirrt. Noch bevor ich den ersten Zug an der Zigarette tätigen und somit meine Befindlichkeit verbessern konnte, musste ich tatenlos mitansehen, was in meiner linken Hand geschah. Offenbar übte ich an ungünstiger Stelle Druck auf meine drei Heiligtümer aus und so flutschte mein Handy, wie das Fleischpatty aus dem Burger, zwischen den schützenden Utensilien hervor, macht eine elegante Drehung mit dem Gesicht gen Betonboden, Marmeladenbrot-Style… es machte Knarz und ich wusste noch bevor ich mich bückte, dass ich den nächsten Verlust zu beklagen hatte. Ich hob dieses neumodische Drecksding von überteuerten Smartphone vom Boden auf und mir lächelte eine komplett gebrochene Glasscheibe auf dem Display entgegen. Nicht mehr benutzbar. Hinter dem geborstenen Glas schaut mich mein, nun völlig verzerrter, Hund vom Hintergrundbild an. Immerhin lief die Uhr weiter. Cool, ich hab eine 800 Euro wertvolle Taschenuhr, die als Goodie über Splitter-im-Finger-Funktion verfügt. Da reichte keine Kippe, da musste prinzipiell Hochprozentiger her. Uncool morgens um neun. Uncool, wenn man noch 7 Stunden Arbeit vor sich hat. Also den Alkohol besser in die Warteschleife legen und stattdessen zu einem altbewährten Heilmittel greifen. HEULEN. Mir doch Schnuppe, dass vierzig Arbeitskollegen dabei zuschauen. Mir is auch egal, dass ich meine arme Mama via Arbeitskollgen-Handy anmaule, obwohl sie nichts dafür kann, dass ich zu knausrig für ein „Rundum Sorglos Paket“ bei Handy-Vertragsabschluss war.
Rückschläge gehören bekanntlich zu meinem Leben. Ab dem ersten Juli würde alles besser werden, so hatte ich es mir fest vorgenommen und diese Tatsache auch in meinem gesamten Umfeld propagiert. Das erste halbe Jahr dieses Jahres mag doof gewesen sein. Aber jetzt! Würde! Alles! Voll! Wonne! Sein!!! Glück, Liebe, Reichtum. Und von allem zum Kotzen viel.
Tatsächlich schienen die ersten Tage dieses neuen Halbjahrs in meinem Leben ohne größere Desaster abzulaufen. Ok, das Wetter war nicht berauschend, aber keine weiteren Blessuren, keine weiteren Stürze, seien es meine körperlichen, oder die meiner wertvollen Habseligkeiten. Nun gut, betreffend dem zuletzt Genannten war auch nicht mehr viel da, was hätte kaputtgehen konnte. Acht Tage lang erlag ich dem Schein eines unspektakulären Lebens – nicht mehr vom Pech, dafür auch nicht vom Glück verfolgt. Aber kein Pech kann ja für sich auch als Glück interpretiert werden. Ich setzte an zu unglaublichen Höhenflügen. Ich konnte einfach alles erreichen! Wenn nicht jetzt, wann dann? Los geht es: Diät, Sparen, Sport-machen! Nichts konnte mich bremsen- außer die Bremse selbst. Und die ging nach acht Tagen in die Eisen.
Ich war soeben auf dem Heimweg eines Arbeitstages, der wider Erwarten ohne Katastrophen über die Bühne ging, und machte mich auf den Weg zum Fitnessstudio, um meinen schwabbligen Körper wieder auf Vordermann zu bringen. Es erschien mir wie ein großartiger Tag für dieses Vorhaben. Meine vom, zugegebenen weniger lässigen Fahrradunfall, geschundenen Körperteile waren zwischenzeitlich wieder bereit, auf dem Crosstrainer maltretiert zu werden. Zu meinem Unmut musste ich auf dem Weg feststellen, dass ich zwar eine Sporthose und Schuhe dabei hatte, aber mein Schwitze-Handtuch vergessen hatte. Hmmm. Heim gehen, Handtuch holen und nochmal raus? Neeeee. Keine Lust. Die Motivation könnte auch bis morgen warten. Ich würde mir jetzt einfach einen leckeren Salat kaufen gehen. Genug für die Figur getan. Gesagt, getan. Mit einer Tüte, die ehrlich gesagt auch das ein oder andere Fettbömbchen in sich verbarg, machte ich mich auf dem Weg vom Supermarkt nach Hause. Und ich musste schmerzlich feststellen, dass ich meine Fähigkeit des in allen Zuständen tadellosem Laufens wohl verloren haben musste. Ich hatte tatsächlich das winzige Schlagloch auf einer der Hauptverkehrsadern Berlins übersehen und bin mit Schmackes reingetappt, umgeknickt und von diesem Zeitpunkt mit höllischen Schmerzen angereichert weiter meines Weges gezogen. Zu Hause angekommen starrte ich auf den in Rekordzeit anschwellenden Knöchel und fragte mich, ob es weniger schlimm gewesen wäre, wenn ich mir zuvor einige Gramm abtrainiert hätte. Da ich zu keiner Antwort kam, wählte ich mein Allheilmittel gegen WehWehchens jeder Art: in kaltem Wasser gekühltes Bier. Wenn man am Folgetag schon außer Lernen nichts wichtigeres zu tun hat. So saß ich also da, Hundchen auf dem Schoß, nasser Lappen auf dem Knöchel und Mädchen TV. Irgendwann beschwerte sich Prinzessin auf meinem Schoß allerdings über dringliche Stoffwechsel-Nöte und so erhob ich mich, trotz massiver Gehschmerzen, um Madame ihren Wunsch zu erfüllen. Ich blickte auf den Couchtisch und dachte mir „Aaaaach. Was solls?!“ Und griff nach der vollen Bierflasche und meinen Zigaretten. Ich liebe Berlin, weil man wie der letzte Penner auf die Straße gehen kann! Andererseits wohne ich im Plattenbau und bin mir nicht sicher, ob ich durch meine Bewaffnung nicht eher dem Klischee entspreche.
Soll mal einer sagen, ich wäre nicht Multitasking-fähig! Kippe links in der Hand, Bier und Hundeleine rechts. Laues Lüftchen… Herrlich! Gerade wolle ich mir einen ordentlichen Schluck genehmigen, als der Hund in einer Entfernung von etwa hundert Metern eine Butterbrottüte erspäht hatte und es für eine äußerst gute Idee befand, darauf loszustürmen. Zum Unglück meiner am Körper befindlichen Kleidungsstücke hatte ich beim Trinken nicht durchdacht, dass die Leine nur über eine Länge von fünf Metern verfügte… meine Promenadenmischung aber die Kraft eines ausgewachsenen Geparden… und leider auch die Geschwindigkeit. So zog das gute Tier mir die Flasche vom Mund und verschaffte mir eine nicht so dringend notwendige Abkühlung am ganzen Körper. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht mehr zu sorgen. So sagte einst ein kluger Bauer. Und diese Theorie demonstrierte sich mit sofortiger Wirkung. Offenbar waren meine Plattenbau-Nachbarn genau solche Assis wie ich und feierten, die immerhin in Gesellschaft, unter
der Woche eine Party. Einige von ihnen standen am Balkon und rauchten und wurden somit Zeuge meines ungewollten Akts der Körperhygiene.
Pech liegt im Auge des Betrachters. Ich sagte bereits, dass ab dem ersten Juli alles toll werden würde. Na guuut, ich bin umgeknickt. Aber wäre ich zum Sport gegangen, wäre ich bestimmt auf dem Laufband kollabiert und wäre einem Herzinfarkt erlegen. Alles klaaaar, ich hatte eine Bierdusche. Aber das ersparte mir die richtige Dusche. So hätte ich die Wurst und das Bier aus der Wanne räumen müssen, was mein Hund mir nun erspart hat. Pech liegt im Auge des Betrachters. Ganz sicher.
Ich war von ganzem Herzen willens, ab dem folgenden Tag der Menschheit zu zeigen, was ich für ein Glückskind bin. Zu meinem Vorteil boten sich gleich am Abend Freunde an, mit mir, meinem lieben Mitbewohner und meinem Terroristen-Hund die Zeit zu verbringen. Spazieren gehen, schön dekadent Essen gehen in einem American Diner. Ich stellte fest, dass auch die Amis in der Lage waren, halbwegs brauchbare Pasta zu kochen und – welch unbeschreibliches Glück – mein Rechnungsbetrag war ein glatter Schein! Obwohl ich es mir beim besten Willen nicht erlauben konnte, setzte ich den Checker-Blick auf und nahm Anlauf, richtig protzig das Geldpapierchen glatt zu streichen. Woraufhin ich innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde feststellen musste, dass ich wohl zu protzig war, weil mein Geld sich vermehrte. Zumindest in der Stückzahl. Gefolgt von akutem Wertverlust. So hatte ich die eine Hälfte vom Geldschein in der einen, die andere in der anderen Hand. Und weder im Portemonnaie, noch in der Hosentasche ein funktionstüchtiges Geldstück, mit dem ich mein, dann im Nachhinein doch nicht so schmackhaftes, Essen hätte zahlen können. „Das hast du jetzt nicht wirklich gemacht?“ tönte mein Gegenüber.
Doch. Hab ich. Keine Ahnung warum. Und so akut fiel mir auch keine Möglichkeit ein, wie ich das Vorkommnis als Glück umdeuten konnte.
Und auch die folgende Nacht machte es mir erheblich schwierig, in all den Vorkommnissen einen positiven Lebenswandel zu sehen. Da lag ich nämlich in meinem Bett und schlief tief und fest. Als ich zuerst von einem seichten Hundefurz ins Halbwache gerufen wurde und dann zu meinem Unmut feststellen musste, dass Prinzessin sich gerade an meinem Wasserglas auf dem Nachttisch bediente. Meine koordinatorischen Fähigkeiten ließen, wie könnte es auch so mitten in der Nacht anders sein, etwas zu wünschen übrig und so wollte ich den Hund vom Bett schubsen und erkannte Dank dem darauffolgendem Geräusch, dass ich offenbar nicht den Hund, sondern meine Nachtttisch-Lampe aus Glas erwischt hatte, die sich gerade in allen Einzelteilen auf dem Boden verteilte.
Da gibt es nun nichts mehr schön zureden. Ich kapituliere.
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